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Typgruppenübersicht

Opel P4; 1,3 Liter Lieferwagen 1935-1940

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Typ-Referent
Bernd Adams
Hauptstrasse 109
53604 Bad Honnef
Tel.: 02224-75224 von 10:00-22:30

adams@alt-opel.eu
Während meiner vielen
Frankreich-Aufenthalte bin ich dort zu erreichen unter der französischen Handy-Nr: 0033652237061.
Bitte scheuen Sie sich nicht, mich vom Festnetz
aus dort kurz anzurufen. Ich kann Sie dann kostenlos zurück rufen.
 
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Co-Referent
Diethelm Sturm
Merkenicher Ringstrasse 96
50769 Köln
Telefon: 0221-705754
Fax:         0221-933 7812
sturm@alt-opel.eu
 

Bernd Adams stellt sich vor


Geboren wurde ich 1947 in Bad Honnef, da
wohne ich auch heute noch. Nach dem Abi und
einem Praktikum in der Räderfabrik Lemmerz
absolvierte ich mein Studium für Kfz-Technik
und Sport in Aachen und Berlin. Meine 1. Stelle an der Berufsschule führte mich nach Beckum in Westfalen. Von 1980 bis Januar 2009 durfte ich dann in Bonn versuchen, mein Wissen weiter zu geben. Seitdem genieße ich, zusammen mit meiner Frau, den Ruhestand. Mein erstes Auto war ein Fiat 1100 von 1938, den mir mein Vater 1965 aus München mitbrachte. Zur damaligen Zeit viel es mir noch schwer, Nagel und Schraube zu unterscheiden. Und nach kurzer Zeit, ich war mit dem Wagen zur IAA nach Frankfurt unterwegs, war ein Kurbelwellenlager ausgelaufen. Das Schicksal dieses Autos war damit besiegelt.
 

 

1969, mittlerweile technisch versierter, konnte
ich dann von Opel-Vogt in Bad Neuenahr
meinen ersten Opel P4 erwerben, mehr oder
weniger Schrott. Von Heinz Vogel in Aachen,
erwarb ich einen Zweiten, der noch schlimmer
war. Aus 2 mach 1: Der TÜV gelang und zwei
Sommer lang diente mir das Fahrzeug als
Erstfahrzeug. 1971 konnte ich dann meine jetzige P4-Cabrio-Limousine erwerben. Wenig Rost, leider Motor fest, Reifen auf dem Leinen, vermutlich seit 17 Jahren unbewegt. Aufs Einfachste wieder ans Laufen gebracht, TÜV, und ab nach Südfrankreich an die Côte d'Azur. Ich hoffe, dass es nicht nur der P4 war, in den sich dann meine immer noch erste Gattin verguckt hat! Optisch unangetastet nahm dies Opelchen dann am 1. Alt-Opel-Treffen in Oberursel teil, und es sollten noch viele andere
 

 

folgen. 1989 spendierte ich ihm mal wieder neuen Lack, Lederpolster und neue Motortechnik. Aber das ist auch schon wieder lange her und entsprechend sieht und merkt man den Verschleiß. Knapp 100.000 km sind wir gemeinsam gefahren; kaum ein Teil habe
ich zwischenzeitlich nicht in der Hand gehabt. Wenn ich heute als Typreferent um Auskunft
gebeten werde, glaube ich, dass ich über-
wiegend kompetente Antworten geben kann.
Auch was Historie und Originalität angeht.
Aber das stand für mich nicht im Vordergrund:
Zuverlässig sollte er sein, und sei es,
mit moderneren Bauteilen.
Bernd Adams * 52
Typreferent in der ALT-OPEL IG
 

   
 

Der P4 im Vergleich zu seinem Vorgänger

Bei vielen Anfragen, die mich erreichen, muss erst einmal der Fahrzeug-Typ abgeklärt werden.  
Nach dem Motto: Jeder grüne Alt-Opel ist ein Laubfrosch hat sichdie Meinung verfestigt, jeder kleine eckige Opel der 30er Jahre sei ein P4. Meist wird der P4 mit seinem Vorläufer, dem1,2-Liter, verwechselt.  
Hier die wesentlichen Unterschiede:
Fahrgestell-Nr.:
Sie befindet sich direkt hinter der vordersten Federaufhängung links am Rahmenlängs-
träger aussen, am senkrechten Teil des U-Profils. Sie ist meist äussert schwach einge-schlagen. Alle P4-Fahrgestell-Nummern beginnen mit " 190 ". Das kommt von der
offiziellen Werksbezeichnung: Typ 1190 bedeutet 1100 cm³ und 90 Zoll Radstand.
Der 1,2-Liter hatte als erste Zahlen:
1931/32 12 B- oder 12 C-
1932 als Regent: 92 C
1933 als Regent: K-
1933 G-
1933/34 F- (10-)
1933 als Langchassis: L-
1933/35 10-
1933 für den seltenen 1-Liter im Gewand des 1,2-Liter: E-
Die Fahrgestell-Nummern der Lieferwagen, wenn sie einen Werksaufbau hatten war
dies immer ein geschlossener Kasten, begannen mit:
1931-33: Wie bei der Limousine 
1933: LL,
zusätzlich für Langchassis-Lieferwagen 
1934/35: 96. 
1935-38: 396 
1938-40: 196 
Bis Mitte 1935 hatten die Lieferwagen
den 1,2-Liter-Motor. Danach kam der
1,3-Liter-Motor. Da es ab 1938 keine Opel-Limousine mehr mit 1,3-L-Motor gab
bekam nun der Lieferwagen den 1,1-Liter-Motor, als letzten der verbliebenen
seitengesteuerten Motoren.  

Motor

Nur der 1,1-Liter, im P4 und Kadett, hatte die kleinen 14-mm Zündkerzen. Hat der Motor
18-mm Kerzen ist es ein älterer Motor.   
Komplett-Umbau ist problemlos und ständig gemacht worden, was die Fahrzeug-Identifizierung erschwert.
Der 1,1-Liter Motor ist ca 30 mm niedriger als der 1,0-Liter, 1,2-Liter oder 1,3-Liter. Somit sind Pleuel, Ventile etc unterschiedlich.
Kolben - je nach Durchmesser - identisch.
Die Nockenwellen für die alten Seitengesteuerten entsprechen der Zündfolge 1-2-4-3. Der P4 hat aber die Zündfolge 1-3-4-2, somit eine andere Nockenwelle. Sie sind austauschbar, aber bei der Montage der Zündanlage ist aufzupassen.
Die Motor-Nummern der seitengesteuerten
4-Zylinder der 30er Jahre:   
1,0-Liter, 1,2-Liter und 1,3-Liter:
Typen 1033, 12B, C, 92C, 1233, 12N, 1210, 12LG, 1397, 13237 (1931 bis 1936)
Motor-Nummern ohne Vorbuchstaben bzw. Vorzahlen, durchnummeriert von 1 bis 51390 
Typ 1290; 1933 bis 1935:
Motor-Nummer beginnt mit Vorbuchstaben: R-
1,1-Liter: 
P4; 1935, 1936: Vorbuchstabe:
Y- (ab Y-33001 mit Wasserpumpe)  
P4;       1937:    Vorzahl: 37-  Kadett; 1937:    Vorzahl: 37-  Kadett; 1938:    Vorzahl: 37 K und 38   Kadett; 1939:    Vorzahl: 39  Kadett;
1940:    Vorzahl: 39 und 40 
1,3-Liter
Olympia 1937: Vorzahl: 37
Lieferwagen: Vorbuchstabe: Y
Anhand der Motor-Nummern ist also eine genaue Zuordnung schwierig. 
Die besten Unterscheidungs-Merkmale sind die Kerzen und die vordere Motoraufhängung.
Wie gesagt: 
Die heute üblichen kleinen 14 mm Kerzen gab es nur im 1,1-Liter. 
Die vordere Motor-Aufhängung für die Modelle mit Chassis ist waagerecht und die für die selbsttragenden Modelle ( Kadett und 1,3-Liter Oly ) schräg.

Karosserie 

Der wesentliche und sofort auffallende Unterschied ist die Kühler-Maske: Alle
Älteren hatten einen senkrechten, frei stehenden Kühler mit Chromrand, evtl.
auch senkrechte Chrom-Zierleisten. Der P4 versteckte seinen Kühler hinter einem in Wagenfarbe lackierten Blech-Kühlergrill, leicht schräg stehend. 
Der Karosseriekörper war zumindest beim letzten 1,2-Liter identisch mit dem des P4. Aber die Vielfalt der Werkskarosserien des 1,2-Liters gab es beim P4 nicht mehr. Den P4 gab es nur als Normal-Limousine (zT genannt "RH", für Reservrad hinten), als Spezial-Limousine (RV) und als Cabrio-Limousine.    
Ausstattungs-Varianten
Nach über 70 Jahren entspricht heute kaum ein P4 seiner Ausstattung, mit der er das Werk verlassen hat. Für Liebhaber, die Wert auf Originalität legen, seien hier die wesentlichen Unterschiede genannt:  
Normal-Limousine (bzw Standard-Limousine),
im Vergleich zur Spezial-Limousine (bzw Luxus-Limousine):  
 
- Reserverad hinten ohne Kofferbrücke
- Keine Stoßstange
- Keine Benzin-Uhr
- 3-Gang-Getriebe
- kein Innen-Rollo vor dem Heckfenster
- einfachere, mit den Radmuttern
  verschraubte Radkappen
Die Spezial-Limousine und die Cabrio-Limousine waren in der Austattung gleich; allerdings bekam die Cabrio-Limousine im letzten Baujahr statt des 4-Gang-Getriebes
das 3-Gang-Getriebe. 
Bedenkt man, dass der letzte Gang bei beiden 1:1 ist, dass der 1.-Gang beim 4- Gang-Getriebe kürzer ist und dass man
beim 4-Gang-Getriebe bis zur Endgeschwin-digkeit 3 statt 2 der sehr langen Schalt- pausen mit Zwischenkuppeln oder sogar Zwischengas benötigt ist dieser Rück- schritt eigentlich zu verkraften. Ein Umbau bedingt andere Kupplungsglocke und andere Kardanwelle.
Die Lackierung des P4 
Jahrelang, die Alt-Opel-IG wurde 1972  gegründet, waren keine genauenFarbmuster für Vorkriegs-Opel aufzutreiben.
 
 
Mir lagen -bezogen auf den P4 - nur fünf Blätter des Werkes mit den Namen Farben- und Polsterprogramm  Nr. “6“, “7“, “8“, “9“
und “11“  vor.  
In Blatt Nr. 6 (vermutlich Frühjahr 1936) gab es lediglich folgende Varianten:  
P4 Normal-Limousine u. Cabriolet-Limousine:
1.) Lack: (wappen-)blau (=dunkel-blau),                Polster Cord blau 2.) Lack: grau,
              Polster beige  
P4 – Spezial-Limousine 
1.) Lack: schwarz,    Polster: Cord beige 2.) Lack: dunkelrot , Poster: Cord rot  
In Blatt Nr. 7 und Nr. 8 (dieses von Juni 1935) werden für die Normal-Limousine die gleichen Lack-Angaben gemacht wie in Blatt Nr. 6.  
Für alle Ausführungen ist jedoch das beige Polster durch ein dunkelbeiges Polster
mit einer anderen Nummer ersetzt worden.
Für Cabrio-Limousine und für Spezial-Limousine wurden die Farben leicht
geändert. Folgende Varianten sind aufgeführt. 
    
Mein P4, äusserlich weitestgehend original, Aussenspiegel und Blinker nicht   Amaturen hier 100mm Durchmesser, bis 1936 hatten sie 90mm. Blinkerschalter von
der "Ente" 
  Heizung und Warnblinker nachgerüstet, Teppich aus dem Teppich-Handel,
V2A-Platte gegen seitlichen Verschleiss,
da das Auto sehr eng ist

Lackierung Cabriolet-Limousine

1.) Lack wappen-blau,
      Polster Cord dunkelbeige
2.) Lack sperbergrau (=hellgrau),
     Polster Cord blau
3.) Lack blaugrau,
     Polster Cord dunkelbeige  
P4 – Spezial-Limousine 
1.) Lack schwarz,
     Polster Cord dunkelbeige  
2.) Lack dunkelrot, (=Olympiarot),
     Polster Cord rotbraun  
3.) Lack blaugrau,
     Polster Cord dunkelbeige  
Das hier genannte "Olympiarot" hat eine andere Nr. als das dunkelrot der ersten Serie. Die Daimler-Benz-Farbe 516 mittelrot ab 1975 wurde von mir als eine ansprechende alternative ausgewählt. 
In Blatt Nr. 9 (vermutlich von September 1936)
 
 
werden für die Normal- und die Spezial-Limousine die gleichen Angaben gemacht wie zuvor. Bei der Cabrio-Limousine fällt nun die Farbe wappenblau weg. 
In Blatt Nr. 11 wird das grau - ohne Änderung der Nr. - als Olympiagrau bezeichnet. Das Blau wird durch "stahltief-blau" mit anderer Nr. ersetzt. Die Spezial-Limousine ist zusätzlich in "biberbraun" lieferbar. Statt Cord haben sämtliche P4 jetzt Stoff. 
Dieser ist bei der Normal-Limousine grau-blau eingefärbt, bei der Cabriolet-Limousine grundsätzlich beige und bei der Spezial-Limousine mit der neuen Farbe ebenfalls beige, ansonsten grau-blau. 
Kurz zusammengefasst für alle Baujahre
Normal-Limousine:
immer dunkel-blau oder grau  
Cabriolet-Limousine:
je nach Produktionszeit dunkel-blau, grau oder blaugrau 
 
 
Spezial-Limousine:
je nach Produktionszeit schwarz, dunkelrot, blaugrau oder biberbraun  
Ca 25 Jahre nach Gründung unserer IG waren wir endlich in der Lage, für fast
alle Vorkriegs-Opel anhand originaler Farbmuster Alternativen anzubieten, die
heute von den großen Lacklieferanten problemlos zu beziehen sind. Dem Stand
der Technik entsprechend wird man sein Veteranfahrzeug heute wohl mit
modernen Lacken versehen. Trotz der Mehrkosten ist eine Zweischicht-Lackierung - also mit Klarlackschicht überzogen - empfehlenswert, da  
1. der Glanz besser herauskommt  
    und man  
2. Kratzer, die nicht bis aufs Blech 
    durchgehen, wegpolieren kann.  
Statt eines Überzuges mit Klarlack ist es auch möglich, den Klarlack mit in den letzten farbigen Lackauftrag einzumischen. 

Im Folgenden die Alternativ-Lack-Tabelle

Alte Opelbezeichnung    Neue Alternative  
C 9129, dkl. blau/ wappenblau   Mercedes, dkl. blau         Nr.  904,     1997 
C 9156, grau/ Olygr./ sperbergrau   Rover, hurricane grey      Nr . LOC,   1989   
C 9159, hellgrau/ sperbergrau   VW, grün                            Nr. V6A,      1990 
C 9164=9440, blaugrau    VW, nimbusgrau Nr.        Y5G,           1991  
C 9029=9160=9165, dkl. rot/ Olympiarot     VW, bordeauxrot Nr.        B3A,            1991  
C 9043, dkl. beige   Skoda, penninegrey        Nr. 2316    1992  
C 9166=9442, stahltiefblau, keine Alternative gefunden    nur über Glasurit direkt,  CPS-Nr. U 511 0400  
C 9169=9445, biberbraun    Mercedes, Nr. 424                             1975-79
 

Folgende Teile waren grundsätzlich schwarz 

Chassis mit Motor, Getriebe, Achsen usw.  
Räder und Radkappen Türschweller (alten Fotos nach aber nur beim Standard-P4, bei anderen Schweller in Wagenfarbe)  
Kotflügel Verkleidungsbleche vorn und hinten (zwischen den Chassis-Enden) Lampen und Halter (die 1. P4 hatten Chromringe und ebenes Glas) 
Reserverad-Halterung Kofferbrücke (und aufgesetzter Zubhör-Koffer, falls vorhanden) 
Haubenverriegelung inclusive den an der Haube angenieteten Blechen Winker
Fensterrahmen innen Armaturenbrett
Schaltknüppel und Handbremshebel   
Das viereckige P4-Zeichen auf dem Kühlergrill war verchromt und folgendermaßen lackiert:
Die Vertiefung rund um das  "P"  und die "4" selbst waren mittel-rot, die horizontalen Vertiefungen oben und unten zierte je ein schmaler schwarzer Strich. 
Das sog. "Opel-Auge" oben in der Mitte des Kühlergrills war ebenfalls verchromt und in der Vertiefung schwarz. 
Die Lackierung der Räder war ausnahmslos schwarz. Zwei Zierkreise auf den Durch- messern 317 und 337 - also nur 1 cm voneinander entfernt - lockerten die
Fläche auf.  
Ihre Breite betrug nur ca. 1,5 bis 2 mm. Wie man diese Zierlinien auftragen kann ist in der Alt-Opel-Info Heft 30 Seite 25 beschrieben. Oder rufen Sie mich an; ich erkläre Ihnen das gerne. 
Diese Zierlinien gab es vermutlich nicht nur 
 
in weißer Farbe sondern auch in zum Fahrzeug passenden Tönen.  
Die Radkappen waren nie verchromt sondern alle schwarz. Die halbkugelförmigen hatten in der Mitte das erhabene "Opel-Auge" rot ausgemalt, während die radial weglaufenden Vertiefungen weiß bzw. hellbeige waren.
Es ist denkbar, dass es auch andere Farbkombinationen an dieser Stelle gab. 
Die Zierstreifen auf dem Wulst unterhalb der Fenster waren ebenfalls sehr schmal, vermutlich in weiß oder anderer zum Lack passender Farbe. Sie verliefen parallel in Höhe der Befestigungsschrauben der Türgriffe. Am Heck verliefen sie, der Form des Wulstes entsprechend, enger zusammen; am vorderen Ende der Motorhauben liefen sie erst unmittelbar vor der Kühlerverkleidung zusammen. 
    
Lederpolster waren bei diesem Einfachauto nicht original, sind aber praktisch beim offenen Auto, besonders bei "Amsel-Holunder-Schiss". Eigene Erfahrung!     Original-Lackierung des Rades   Kotflügel mit Reserveradmulde links waren im Ersatzteilkatalog geführt
 

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